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    <title>ferne : Kommentare</title>
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    <dc:publisher>weichensteller</dc:publisher>
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    <title>ferne</title>
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    <title>Reisen ins Fleisch 2</title>
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    <description>&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_2864&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_2864.jpeg&quot; height=&quot;533&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Flugzeug ist 5 Minuten zu früh in Wien.&lt;br /&gt;
Das Zeitfenster zu meinem Zug ist 30 Minuten - also 35.&lt;br /&gt;
Die Gepäckausgabe dauert 20 Minuten.&lt;br /&gt;
Wir kennen uns langsam, die da stehen.&lt;br /&gt;
Dann eile ich zum Bahnhof.&lt;br /&gt;
Vor jedem Ticketautomaten zwei Personen.&lt;br /&gt;
Reisende, die den Automat noch nicht kennen.&lt;br /&gt;
Ich helfe mit, um zu beschleunigen.&lt;br /&gt;
Als ich zur Treppe komme, kommt ein Schwall vom Ankömmlingen herauf.&lt;br /&gt;
So betrete ich den Zug, der zum Hauptbahnhof fährt.&lt;br /&gt;
Dort erst ist der Schnellzug nach Süden.&lt;br /&gt;
Genug Platz, auch ohne Reservierung.&lt;br /&gt;
Und dann steigt noch eine alte Freundin ein.&lt;br /&gt;
So eine Überraschung!&lt;br /&gt;
Wir sehen uns einmal im Jahr.&lt;br /&gt;
Es gibt viel zu erzählen.&lt;br /&gt;
Der Sitznachbar muss etwas mitbekommen haben aus unseren Leben.&lt;br /&gt;
Lächelnd blickt er aus dem Fester, und dann wieder in die Zeitung.&lt;br /&gt;
Als die Freundin ausgestiegen ist, frage ich ihn nach einer Büroklammer.&lt;br /&gt;
Er hat tatsächlich einen Draht, um die Sim-Lade des Telefons zu öffnen.&lt;br /&gt;
So kann ich die chinesische Karte gegen meine alte zurücktauschen, die ich in der Hülle aufbewahrt habe.&lt;br /&gt;
Nun kann ich alle verständigen, dass ich gelandet bin&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Bahnhof werde ich abgeholt von meinem treuen Mesner, der gestern und heute meine Kartons in meine neue Wohnung übersiedelt hat. Das Bett ist da, und Geschirr für die Küche. Morgen ist die Abschiedsmesse von meiner bisherigen Pfarre. Ich schlafe ein mit vielen offenen Fragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Früh bin ich wieder wach, lese in Bae Suah, Weiße Nacht, bin ganz bei mir.&lt;br /&gt;
Als ich hellwach zur Kirche komme, stehen viele Autos da.&lt;br /&gt;
Ich frage scherzhaft, ob ein Begräbnis ist, sie lachen.&lt;br /&gt;
Ich habe viele Hände zu schütteln am Weg zur Sakristei.&lt;br /&gt;
Fröhlich trete ich ein und sehe sechs Ministranten freudig lächelnd auf mich warten. Sie haben etwas vor. Ich bekomme einen Ablaufplan. Ich höre Musikinstrumente.&lt;br /&gt;
Als ich das Evangelium gelesen habe, wird ein Lehnstuhl vorgetragen und zwischen die Bankreihen gestellt. Von dort höre ich die Kinder beraten, wen sie auf die Party einladen wollen, und habe Einwände gegen ihre Vorbehalte gegen Personen sowie gegen Pläne, bei denen die Geladenen nützlich sein sollen. Sie haben meine Einwände erwartet. &lt;br /&gt;
Sie machen ein Predigtgespräch mit mir, wie sie es bei mir erlebt haben.&lt;br /&gt;
Sehr aufmerksam tragen sie ihre Überlegungen vor und sind gespannt auf meine Antworten. Nach dem Schlussgebet bedanke ich mich und erzähle: &lt;br /&gt;
Während der ganzen Messe sind mir zu jeder Person im Kirchenraum die Begegnungen wieder eingefallen, wie und wo wir uns kennengelernt haben.&lt;br /&gt;
Ich bekomme einen Geschenkkorb und ein launiges Abschiedsgedicht, wo vieles genannt wird, was sie mit mir verbinden:&lt;br /&gt;
die musikalischen Experimente, &lt;br /&gt;
die Geburtstagsbesuche,&lt;br /&gt;
das Martinsspiel, der Ritter mit Fahrradhelm, der sich, als er gesucht wird, um Bischof zu werden, unter dem Altar versteckt,&lt;br /&gt;
die Sitzungen, die in ihren Häusern sind und mit einem feinen Mahl beginnen,&lt;br /&gt;
der Pfarrausflug mit der Messe in der Bergkirche, der Besichtigung meiner Modellbahn, dem Pizzaessen, dem Schwimmen im See und der Schifffahrt,&lt;br /&gt;
die Reise mit den Firmkandidaten nach Assisi,&lt;br /&gt;
mit den Erstkommunionkindern nach Grado,&lt;br /&gt;
meine leuchtenden Augen, wenn ich von der Modellbahn erzählte&lt;br /&gt;
und sie wünschen mir eine Wohnung mit einer funktionierenden Heizung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Nachmittag bin ich Bogenschießen im Bergwald&lt;br /&gt;
und treffe, obwohl lange Pause war, gar nicht schlecht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Abend versuche ich, wenigstens das Küchengeschirr in den Kisten zu finden und einzuräumen&lt;br /&gt;
eine neue Ordnung muss gesucht werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Montag treffen wir uns zeitig bei der alten Wohnung&lt;br /&gt;
und viele sind gekommen!&lt;br /&gt;
Ich sorge mich um die großen Möbel, den alten Schreibtisch, das Sofa, die Sauna, wie das über die Treppen kommen soll, ob das in den Wagen passt, wo das in der neuen Wohnung stehen wird.&lt;br /&gt;
Aber noch mehr bin ich überrascht über die vielen kleinen Sachen, wie die geschickt verpackt und verstaut werden, die Stereoanlage, die Musikinstrumente, die Fahrräder.&lt;br /&gt;
Und wie das alles heraufwandert über die Treppen in die neue Wohnung, und ich aufgegeben habe zu sagen, das gehört dahin, das dorthin. Immer wieder kommen große Möbel, aber ihr Standplatz ist bereits verstellt. &lt;br /&gt;
Am Ende, als sie sich schnaufend verabschieden, ist knapp nach Mittag, fast alles ist da, aber wie Steintrümmer auf der Schütt verteilt, oft übereinander gestapelt.&lt;br /&gt;
Am Samstag ist die Einweihungsfeier. &lt;br /&gt;
Sie werden da sein.&lt;br /&gt;
Sie können sich die neue Ordnung nicht vorstellen.&lt;br /&gt;
Ich auch noch nicht&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich entdecke, dass der Strom aus ist&lt;br /&gt;
Ich versuche alle Schalter und Steckdosen&lt;br /&gt;
Im Stiegenhaus finde ich den Sicherungskasten, dort ist alles in Odnung.&lt;br /&gt;
Im Stiegenhaus funktioniert das Licht.&lt;br /&gt;
Die Nachbarin hat Strom.&lt;br /&gt;
Ich spreche mit dem Hausmeister.&lt;br /&gt;
Er sagt: der Vormieter hat wohl den Stromanschluss abgemeldet.&lt;br /&gt;
Wir vereinbaren einen Besuch bei den Stadtwerken am nächsten Tag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich spüre die Oberarme&lt;br /&gt;
ins Fleisch kommen: In-Karnation&lt;br /&gt;
Möchte am liebsten in den Wald hinaus,&lt;br /&gt;
auf die Berge&lt;br /&gt;
habe keinen Hunger&lt;br /&gt;
Gehe es langsam an&lt;br /&gt;
Beginne beim Kleiderkasten&lt;br /&gt;
Sehe nun, während ich die Abteil- und Regalbretter suche, wie klug er gemacht wurde vom Diakon: ohne Schrauben, stützt sich allein aufs Gewicht der Bretter und der Kleiderstapel&lt;br /&gt;
die Regalteile&lt;br /&gt;
beginne, eines, zwei zusammenzubauen mitten im Schachtelfeld&lt;br /&gt;
langsam und schrittweise&lt;br /&gt;
immer feht etwas, das irgendwo in Kisten versteckt ist&lt;br /&gt;
Wie kann mitten im Durcheinander bleibende Ordnung entstehen&lt;br /&gt;
Ich beobachte die Versuchung, wegzulaufen&lt;br /&gt;
buddhistisch weiß ich, dass das Problem das Ich ist&lt;br /&gt;
arbeite selbst am eigenen Geist&lt;br /&gt;
baue eine unmögliche Ordnung!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich finde eine Kerze, aber kein Feuerzeug&lt;br /&gt;
Durchs Fenster scheint die Straßenlaterne&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am nächsten Morgen fallen mir zwei Dinge ein:&lt;br /&gt;
die ersten Schritte zur neuen Odnung, und&lt;br /&gt;
der Namen einer Frau, die ich früher gekannt habe, und dann vergessen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Keller habe ich eine Steckdose gesehen&lt;br /&gt;
Dort mache ich mit dem Wasserkocher Wasser heiß für den Kaffee&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am dritten Tag standen schon zwei Regalwände und waren provisorisch mit Büchern beladen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Haus hat gute Türschnallen&lt;br /&gt;
und ein geräumiges helles Stiegenhaus&lt;br /&gt;
große Fenster mit Jalousinen aus drehbaren Metalllamellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klärung überzieht das Feld der fest gewordenen Lavasteine&lt;br /&gt;
Heute war ich im Wald laufen&lt;br /&gt;
Heut Nacht könnte Polarlicht scheinen&lt;br /&gt;
Ich sah, dass es gut war&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Heute sind größere Teile des Parkettbodens ANS LICHT gekommen, viele der Schachteln sind ausgeräumt und eingeschlichtet&lt;br /&gt;
das Werk ist provisorisch&lt;br /&gt;
und wächst vom Boden in die Höhe&lt;br /&gt;
die erste Musik von der Anlage war Schostakovitsch&lt;br /&gt;
klingt besser als zuvor&lt;br /&gt;
5. Tag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am sechsten Tag kamen Menschen von allen Seiten und brachte Stühle und Freundschaftsgaben und gute Stimmung, Wohnung und Besucher wurden gesegnet, und im Garten standen und saßen Grüppchen und unterhielten sich bis spät am Abend, und am siebten Tag feierten wir fröhlich Messe in zwei Kirchen und diskutierten noch beim Pfarrcafe und beim Pfarrfest mit Spaniern und einem Libanesen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am achten Tag, am Abend, als nur noch die Mails durchzusehen waren und die Termine des nächsten Tages, klappte ohne Vorwarnung die Deckplatte des Regals herunter, und die Kartonordner streiften meinen Kopf mit verhaltenem Nachdruck, während die Platte selbst eines der noch verbliebenen hohen Weingläser zertrümmerte und den Rotwein über Tisch und Boden vergoss, sodass die Aufgabe, die Ordnung des Universums zu erkennen, noch schwieriger geworden war&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;sternenhimmel-in-australien-f6899398-e0fe-4f0a-bdd0-cdef32818dbe&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/sternenhimmel-in-australien-f6899398-e0fe-4f0a-bdd0-cdef32818dbe.jpg&quot; height=&quot;536&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Pilgern</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-09-02T21:06:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708247/">
    <title>Zeit im Flug</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708247/</link>
    <description>Vier Flugzeuge an einem Doppeltag.&lt;br /&gt;
Dreimal aus- und Einchecken.&lt;br /&gt;
Viermal einen Flughafen durchqueren, die richtigen Schalter finden, das richtige Gate, alle Kontrollen.&lt;br /&gt;
Die Zeit verlieren.&lt;br /&gt;
Ich habe immer noch die Seoul-Zeit auf der Armbanduhr, und die geht etwas nach.&lt;br /&gt;
Ich hatte eine 20-Stundennacht und einen Achtstundenvormittag.&lt;br /&gt;
Vier verschiedene Sitzplätze.&lt;br /&gt;
Der Beamte am Check-in in Seoul sprach deutsch zu mir:&lt;br /&gt;
Wollen Sie beim Notausgang sitzen?&lt;br /&gt;
Da haben Sie mehr Beinfreiheit. Aber Sie sitzen über der Tragfläche.&lt;br /&gt;
Mir wars recht.&lt;br /&gt;
Warum fliegen Sie nach Shanghai, und nicht direkt heim?&lt;br /&gt;
Ich zeigte ihm meinen Hinflug und das Pauschalangebot.&lt;br /&gt;
Er könne das Gepäck nicht bis Wien durchchecken. &lt;br /&gt;
China ist da sehr kompliziert, sagt er.&lt;br /&gt;
Wien ist eine wunderbare Stadt, schwärmte er.&lt;br /&gt;
Ich hätte ihn zum Diavortrag einladen sollen, fiel mir zu spät ein.&lt;br /&gt;
Und er riet mir, wo im Flughafen das beste Restaurant wäre.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ich allmählich wieder mit den Langnasen in Kontakt kam, fand ich uns Europäer klobig und klotzig.&lt;br /&gt;
Jeder beansprucht soviel Raum.&lt;br /&gt;
Eine Brücke waren die arabischen Stewardessen bei Emirates. Bildschön sowieso, aber auch fröhlich. Die schönste hat mich am Arm gestreichelt, damit ich aufwache und ihr die Decke zurückgebe.&lt;br /&gt;
Auf den Sitzbildschirmen liefen martialische Szenen. Grün- und metallgesichtige Wesen aller Zivilisationen standen einander in Formation gegenüber, hielten Ansprachen, schleuderten Felsen oder Lichtblitze. Sprangen durch eine senkrechte Wasserwand und landeten in einer Welt von Quadratköpfen, die ihnen feindlich begegneten. Bäume hatte klotzige Kronen, quadratische Hummeln torkelten über Wiesen, über die quadratische Schweine galoppierten. Mit einem Hammerschlag auf ein Schachbrett erhielten die Kämpfer ein Quadratschwert und einen Trompetenrevolver, um sich zu wehren und vor der Verfolgung durch die ausländerfeindlichen Quadratköpfe zu retten.&lt;br /&gt;
Es zog in der Businessclass. Irgendjemand hat das Fenster geöffnet.&lt;br /&gt;
Das war wegen des Bratendunstes. Sie haben in der Küche Palatschinken geschupft. Sie haben ja an den Sitzen gefragt, was jeder essen möchte. Dann mussten sie Palatschinken machen, Pizza und Falafel. Und Bier mussten sie bringen. Wein hatten sie nicht da.&lt;br /&gt;
Schließlich haben die Stewardessen getanzt. Der Kapitän hat sein Team vorgestellt: aus Brasilien, aus China, aus Kamerun, aus Spanien. Vor der Trennwand zur Businessclass. In ihren knappen Kostümen. Den Cancan nach Musik vom Band. Für die Kinder oder die Männer. Die Kinder jedenfalls sind herausgestürzt und haben mitgemacht. Die Mütter waren erleichtert. Die Männer haben Augen gemacht. Plötzlich ist eine Gemeinschaft entstanden. Die Europäer gaben ihre Reserviertheit auf, die Araber ihre Standesdünkel, die Chinesen legten ihre Handys weg.&lt;br /&gt;
Und als es am schönsten war, kündigte der Kapitän den Landeanflug an. &lt;br /&gt;
Anschnallen, Sitze aufrecht stellen.&lt;br /&gt;
Bei der Gepäckausgabe standen wir noch lange zusammen und wollten gar nicht heimfahren. Wir wollten von jedem seine Geschichte hören</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-30T15:29:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708220/">
    <title>Das letzte Abenteuer</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708220/</link>
    <description>&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_1943&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1943.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Hallasan ist der höchste Berg Koreas und liegt in der Mitte der Insel Jeju. Er ist knapp 2000 Meter hoch, ein erloschener Vulkan mit einem 400 Meter großen Krater. Der Weg hinauf führt durch dichten tropischen Wald, ich sollte ihn Regenwald nennen. Nicht nur, dass du schon beim Betreten das Wasser herunterrinnen spürst und die Luft beinahe sichtbar wird. Nicht nur, dass die dichten Baumkronen eine Art Kathedrale bilden, durch die die Rufe der unsichtbaren Vögel im Echo hin- und herjagen, eingehüllt in an- und abschwellende Wolken Zikadenklangs. Nicht nur, dass die Bretter und Holzbohlen unter den Tritten federn und glitschig sind wie Seife. &lt;br /&gt;
Der Vulkan hat Wächter.&lt;br /&gt;
Ich meine nicht nur den Mann im Kabäuschen, der mich fragte, ob ich eine Anmeldung hätte für den Vulkan. Anmeldung?, fragte ich frech zurück. Muss man sich auch fürs Meer anmelden?, und ging durchs Drehkreuz. &lt;br /&gt;
Die wirklichen Wächter sind unsichtbar.&lt;br /&gt;
Aber ich traf auch andere Wanderer und Forscher. Eine Botanikerin hat mir eine rosa Blume gezeigt, entfernt ähnlich einem Schneeglöckchen, die ich am Wegrand nie bemerkt hätte. Nun sah ich aber auch die Pilze in den abenteuerlichsten Gestalten und Farben, und langsam wurde mir klar, was ich die letzten Tage in der Suppe gegessen hatte.&lt;br /&gt;
Schließlich zeigte mir Karel - der Himmel hat ihn geschickt - die Spinne, die ihre Opfer mit dem Netz einwickelte, bis sie nichts mehr erkennen konnten, und sich dann an den armen Wanderern und verhinderten Entdeckern gütlich tat. Wieviele leere Hüllen sind mir da plötzlich aufgefallen! Es ist eine furchterregende Art, die es nur auf der Insel gab, und sie schien mir die eigentliche Erbin der Inselgötter, die aus den drei Löchern gekrochen waren. Nach ihrem wissenschaftlichen Entdecker ist sie Aranea Karel Jejuensis benannt.&lt;br /&gt;
Und kaum der Gefahr entronnen, stürzte der Regen auf uns herab, um uns in die Flucht zu schlagen, und ließ erst nach, als wir die Waldfinsternis hinter uns und die eisige Klimaanlage des Busses über uns hatten, der uns in endlosen Kurven und Umstiegen nach und nach der Stadt zurückbrachten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_1947&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1947.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-28T10:44:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708231/">
    <title>Karel B</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708231/</link>
    <description>ist Medizinstudent, Reisender, Ruderer, arbeitet gerade in einer Krankenstation in Korea, erkundet dabei das Land, telefoniert mit seiner Freundin in Peru, stammt aus Leitmeritz, Tschechien. Hat zu Franz Kafkas Verwandlung maturiert. Geheimer Insektenforscher. War im Bus nach dem Regenwald genauso patschnass wie ich, beim Essen schneller&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1954&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1954.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708229/">
    <title>Zurück aus der Zukunft</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708229/</link>
    <description>Die Toten hat man mit dem Blick nach Osten begraben, denn von dort kommt die neue Zeit.&lt;br /&gt;
Wer nach Osten reist, z.B. nach China oder Korea, holt zumindest einen Arbeitstag auf.&lt;br /&gt;
Hier ist der Tag zuerst.&lt;br /&gt;
Was haben uns China und Korea voraus?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
China die Vorausbuchung.&lt;br /&gt;
Wegen des großen Andrangs werden Eintrittskarten und Bahnkarten zwei Wochen vorher im Internet gebucht. Um 00:00 beginnt die Ausschreibung, um 00:10 sind alle 100.000 Tickets für den Kaiserpalast verkauft.&lt;br /&gt;
Korea den Tischdesk. Am Restauranttisch ist ein kleiner Desktop montiert, auf dem die Speisen und Getränke mit Foto gezeigt werden, die man bestellen kann. Wenn man den Menüpunkt findet, auch auf Englisch, Chinesisch, Philippinisch, Thailändisch. Man klickt das Gewünschte an, bestätigt es, und schon kommt eine der netten Damen und bringt die Rechnung. Und fünf Minuten später das Essen. Warm und frisch. Metallstäbchen und Löffel in der Tischlade oder schon am Tisch. Eine Wasserkanne und Metallbecher stehen schon am Tisch - hier ist es eine Art kalter Tee.&lt;br /&gt;
China natürlich die Elektroautos, die mehrheitlich über die Straßen surren, E-Bikes am Radweg.&lt;br /&gt;
Kaffeehäuser und Teehäuser bieten Americano und Milchkaffee, manchmal Espresso. Dazu einige abgepackte Biskuits, die es auch im Supermarkt gibt. Es gibt aber auch viele Milchshakes-Lokale mit allen möglichen klebrig süßen bunten Säften und Kuchen. Auch wenn Bäckerei draufsteht, wird das Gebäck in der Mikrowelle aufgeblasen.&lt;br /&gt;
Was ich in Jiju gesehen und auch benützt habe: im CU-Supermarkt bekommt man eine Karte, die man für den Bus mit Guthaben aufladen kann. Beim Einsteigen hält man die Karte an den Automat, und ein Pipser bestätigt dem Fahrer, dass bezahlt ist. In Jiju beherrscht der Bus die Stadt. Einige hundert Linien, die im Minutentakt durch die Stadt schwirren, manchmal zwei oder drei nebeneinander. In den breiten Straßen gibt es einen Mittelstreifen (wie eine Straßenbahn), dort ist die Haltestelle auf einer Insel in der Mitte, man steigt dann links aus. Auf der schmalen Fahrbahn fahren die zwischen den Begrenzungspflöcken locker sechzig Kilometer. Du hast, wenn ein Bus kommt, zehn Sekunden Zeit, zu entscheiden, ob es der Richtige ist. Die meisten Ziele werden von mehreren Linien angefahren. Beim Aussteigen leuchten für drei Sekunden die 50 oder 80 Busse auf, zu denen man an dieser Station umsteigen kann. Ohne Routenplaner am Handy kommt man da nicht zurecht, falls überhaupt. Und dennoch muss man oft bis zu einer Stunde auf den richtigen Bus warten, auch mitten am Tag. Aber die Haltestellen sind gekühlt, und überall im öffentlichen Verkehr gibt es gratis WLAN.&lt;br /&gt;
Die Dominanz der Stadtbevölkerung, in Korea noch mehr als in China, nämlich 95%. In den wenigen Tälern drängen sich zwischen bewaldeten Bergen Gemüsetunnel und kleine Industriegebäude.&lt;br /&gt;
Es gibt praktisch niemanden, der ohne Blick aufs Handy auf der Straße geht. Öfters haben alte Leute ein Gerät in der Hosentasche, das ihnen laut die gewünschte Musik spielt, mit der sie am Gehsteig spazieren. In Daegu ist mir das aufgefallen, und dazu die Gehsteigkanten, die rot oder grün leuchten, je nach Ampelstellung. Bei der überall möglichen Bezahlung mit der Karte gibst du die Karte ab, sie wird abgerechnet, und danach bekommst du die Karte mit dem Kassazettel zurück.&lt;br /&gt;
Also kommt auch das Vertrauen  aus der Zukunft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1964&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1964.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-29T08:17:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708205/">
    <title>Espresso</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708205/</link>
    <description>Nur für einen Espresso betrat ich am späten Nachmittag vor aufziehenden Gewitterwolken das Kaffeehaus, das bis auf drei Koreaner um einen Tisch leer war. Die Wirtin erhob sich an diesem Tisch und begleitete mich zur Theke. Meine Bestellung wiederholte sie genussvoll und kommentierte sie koreanisch, erst recht meinen Wunsch nach einem Croissant, der unerfüllt blieb, die Vitrine war leer.&lt;br /&gt;
Ich setzte mich an den benachbarten Holztisch und machte mich an die Aufzeichnung der letzten Beobachtungen, wurde aber immer wieder von einer der beiden Frauen mit fröhlichen koreanischen Fragen, vom Mann mit am Handy übersetzten Botschaften besucht, sodass ich mich schließlich mit der Mokkaschale zu ihnen setzte. Die wichtigste Frage war die nach meinem Alter, und das schuf sofort eine unbestreitbare Verbindung zur Wirtin, neben der ich saß, und dann die, warum ich alleine reiste. Meine Vermutung, dass die anderen beiden ein Ehepaar wären und die Wirtin womöglich die Schwester des Mannes, war gänzlich falsch, es waren drei unabhängige Freunde. Sie hatten große Lust und Aufregung an meiner Befragung, immer wieder wurde meine Verbindung zur attraktiven Wirtin gestisch dargestellt, noch mehr, als wir beide als Christen erkannt wurden. Meine Erkundung der Insel und des Landes wurden gelobt, einem Priester selbstverständlicher Respekt entgegengebracht, auch wenn die anderen beiden keiner offiziellen Religion angehörten. Die beiden Frauen gingen hinter die Theke und schnitten eine Melone auf, der Mann zeigte mir ein Video, wo er auf einem öffentlichen Platz ein Lied sang. Darauf spielte ich einige Songs von der Rockmesse vor, die noch immer auf der Pfarrhomepage gespeichert sind, und dann, da die Wirtin als Pianistin vorgestellt wurde, ein Stück vom Köln-Konzert von Keith Jarrett, das mir seit Tagen durch den Kopf geht. &lt;br /&gt;
Schließlich kommen von der Theke Klänge von Andy Williams, die mir nun den ganzen Abend nachgehen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_0319&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_0319.jpeg&quot; height=&quot;800&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://m.youtube.com/watch?time_continue=6&amp;amp;v=w6w0cy_1HY4&amp;amp;embeds_referring_euri=https%3A%2F%2Fwww.bing.com%2F&amp;amp;source_ve_path=Mjg2NjY&quot;&gt;https://m.youtube.com/watch?time_continue=6&amp;amp;v=w6w0cy_1HY4&amp;amp;embeds_referring_euri=https%3A%2F%2Fwww.bing.com%2F&amp;amp;source_ve_path=Mjg2NjY&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;a href=&quot;https://m.youtube.com/watch?v=Chnpqca6HDE&quot;&gt;https://m.youtube.com/watch?v=Chnpqca6HDE&lt;/a&gt;</description>
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    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-27T11:12:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708202/">
    <title>Die eigentliche Religion</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708202/</link>
    <description>&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_1906&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1906.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus diesen drei Löchern kamen in Vorzeiten Ko, Pu und Yang, die drei Geister, von denen die Insulaner abstammen und die hier als Götter verehrt werden. Das ist das Heiligtum der Insel, und ich habe den Mythos in Figur und Bild gesehen und verzeichnet. Deutlich ist der Kreis der Aufrichtung, und viele weitere phallische Figuren säumen Portale und Inselwege. Dazu geben die überall sichtbaren schwärzlichen Lavasteine Zeugnis von der Schöpferkraft der Erde und ihres Inneren, das in unerdenklichen Formen erstarrt ist. Die eigentliche Religion der Insel ist schamanistisch, und Buddhismus und Konfuzianismus geben dazu Formen und Rituale.&lt;br /&gt;
Noch heute feiert im benachbarten Schrein die Inselbevölkerung am 10. April und am 10. Oktober das Frühlings- und Herbstfest (Chunchudaeje), bei denen die Gouverneure zelebrieren. Zusätzlich ist am 10. Dezember das Jahresfest (Geonsidaeje), wo die drei Götter verehrt werden.&lt;br /&gt;
Die Löcher werden bei Regen nicht nass, wachsen nicht zu, und die Bäume des Parks neigen ihre Kronen sichtbar vor ihnen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1907&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1907.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1924&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1924.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-27T08:01:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708200/">
    <title>Miss Kim weiß Bescheid</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708200/</link>
    <description>„Du hast dich nicht um mich gekümmert, weil ich zu dumm war; du hast mich erst zu jemand Dummem gemacht, indem du dich um mich »gekümmert« hast.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus&lt;br /&gt;
Miss Kim weiß Bescheid. Storys&lt;br /&gt;
Cho Nam-Joo</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-27T07:50:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708189/">
    <title>Yin und Yang</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708189/</link>
    <description>In Österreich keine Nachricht:&lt;br /&gt;
Südkoreas Präsident Lee Jae Myung schlägt erneutes Treffen Trumps mit Nordkoreas Kim vor. Südkoreas Presse diskutiert, wie ernst diese neue, scheinbar so herzliche Begegnung war, nachdem Trump noch vor Monaten vor einem Chaos in Südkorea gewarnt und die Amerikaner dort zum Rückzug aufgerufen hat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesen Tagen finden wieder gemeinsame Truppenübungen der USA und Südkoreas statt. Manche Reisende haben mir von Reisebeschränkungen erzählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zugleich wird an der Freundschaft mit Japan gearbeitet. Die historisch sehr belastete Beziehung beider Länder wurde am Vortag durch ein Gipfeltreffen der beiden Präsidenten ausgebaut. Das wurde in der Presse ausdrücklich als notwendige Reaktion auf die unsicher gewordene Unterstützung durch die USA bezeichnet. Lee hat zwei Eisen im Feuer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andererseits wird in Südkorea nicht über Gaza und den Ukrainekrieg berichtet. Stattdessen habe ich öfter Aufrufe zur Unterstützung der UNICEF für unterernährte und kranke afrikanische Kinder gesehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Südkoreas Flagge hat das Yin- und Yangsymbol in roter und blauer Farbe im Mittelpunkt. Das ist daoistisches Erbe. Man kann es verstehen als Ausgleich der Gegensätze, z.B. durch ihre zeitliche Aufeinanderfolge, während das Bleibende das Dao ist. &lt;br /&gt;
Weiters sind rund um dieses T&apos;aeguk vier Trigramme dargestellt, die Männlichkeit und Weiblichkeit, Trennung und Gefahr bedeuten, und zugleich Himmel, Erde, Feuer und Wasser. Das sind Zitate aus dem Yi&apos;ying, dem Buch der Wandlungen:&lt;br /&gt;
&quot;Der Himmel ist ewig und die Erde dauernd.&lt;br /&gt;
Sie sind dauernd und ewig, weil sie nicht sich selber leben. &lt;br /&gt;
Deshalb können sie ewig leben.&lt;br /&gt;
So auch der Berufene...&quot;  (Kap.1; 7)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am Eingangstor der wiederhergestellten Konfuziusschulen ist stets das T&apos;aeguk angebracht. Aber das ist keine Vermischung zweier Lehren, sondern koreanische Identität&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1898&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1898.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-26T13:21:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708188/">
    <title>Miss Kim weiß Bescheid</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708188/</link>
    <description>„Ich mochte es, wie die Apothekerin die Ecke zu einem Eselsohr einknickte. Es half weder, den Beutel zu schließen, noch machte es ihn griffig, und dennoch knickte sie jedes Mal eine Ecke ein. Als wollte sie damit sagen: Fertig. Medikamente eingepackt. Alles erklärt. Wie ein schlichtes Auf Wiedersehen – eine charmante Geste.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein wunderbares Buch mit Kurzgeschichten aus Südkorea, sehr intim aus dem alltäglichen Leben.&lt;br /&gt;
UNBEDINGT LESEN!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Cho Nam-Joo</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-26T10:28:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708174/">
    <title>Reisen ins Fleisch</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708174/</link>
    <description>&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_1881&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1881.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich stehe vor der leeren Rezeption.&lt;br /&gt;
Wiederholt schlage ich die Klingel, bis eine dünne Stimme irgendwo ruft.&lt;br /&gt;
Dann erscheint eine alte Dame und bestätigt mir den Namen des Hostels, der nur koreanisch angeschrieben ist.&lt;br /&gt;
Sie fragt nach meinem Namen und ist nicht im Bilde über meine Reservierung.&lt;br /&gt;
Ich krame nach meinem Handy, um ihr die Reservierung zu zeigen, später nach meinem Reisepass.&lt;br /&gt;
Schweiß tropft von meiner Stirn, rinnt mir in die Brillen.&lt;br /&gt;
Hier hinter der Rauchglastüre ist es noch heißer als draußen und dazu etwas stickig.&lt;br /&gt;
Ich bin gerade einen guten Kilometer durch die obere Stadt heruntergegangen, weil mich die GoogleMap irregeführt hat. Mit voller Ausrüstung.&lt;br /&gt;
Dabei ist das Gehen mit dem Rucksack eine Erholung vom Kreuzweh, das ich mir bei irgendeiner Klimaanlage oder in einem Hotelbett geholt habe.&lt;br /&gt;
Davor bin ich eine Weile (mit derselben Ausrüstung) an der Bushaltestelle gestanden und habe mit dem Handy gekämpft, weil die Internetverbindung immer wieder verlorengegangen ist. Damit ich in den richtigen Bus steige.&lt;br /&gt;
Den bequemen Platz, den ich zwei Stationen lang genoss, verließ ich, als eine alte Frau mit krummem Rücken einstieg, um ihr Platz zu machen. Hier hätte ich aussteigen sollen. Als sie dann ausstieg, bedankte sie sich bei mir.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Davor war ich drei Stunden mit der Fähre gefahren, hatte einen Imbiß gegessen und auf dem Pullmannsitz ein wenig geschlafen. Erst spät habe ich die Ruheräume gesehen, deren Boden mit Teppich ausgelegt ist und wo die Leute durcheinander am Boden liegen und schlafen. Ich hatte das für Kabinen gehalten.&lt;br /&gt;
In Wando angekommen mit dem Intercitybus, hätte ich ein Taxi nehmen sollen zur Schiffsstation. Ich wollte aber die angegebene halbe Stunde gehen, nach dem langen Sitzen im Bus. Aber kaum jemand zeigte mir die Gehrichtung, und angeschrieben war es nicht auf Englisch. So fragte ich mich durch und stand an einer Kreuzung, wo ein Lieferwagen ein Geschäft belieferte. Der Inhaber zeigte mir die Richtung, sprach von einem Kilometer, wiederholte das einige Male. Ich stand dem Lieferanten im Weg, entschuldigte mich. Beim Hinausgehen zeigte mir der Lieferant den Leuchtturm am Berg. Dort müsse ich hin.&lt;br /&gt;
Dann stieg er ein und deutete mir, ebenfalls einzusteigen, und brachte mich zur Schiffsstation. Ich bedankte mich herzlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Busfahrt war komplikationsfrei, bis auf das eine Mal, eine halbe Stunde vor der Ankunft, als ich immer dringender aufs Klo musste. Ich hatte kaum Wasser getrunken, aber das wenige machte sich doch bemerkbar. Ich saß hinter dem Fahrer, und es muss mein geistiger Einfluss gewesen sein, dass er plötzlich von der Autobahn abfuhr und eine Station ansteuerte, wo niemand ein- noch ausstieg, und ich und mein Nachbar die Gelegenheit nutzten.&lt;br /&gt;
Mein Sitznachbar war ein verschmitzter kleiner alter Mann mit einem runden Gesicht, lederartiger Haut und einem Haarzopf, der mich an einen Indianer erinnerte. Bei der Abfahrt hatte er die Klappfunktion des elektrischen Klappstuhls ausgenutzt, war nach hinten gefallen und hatte mit den Beinen in der Luft gerudert. Die meisten Koreaner und Koreanerinnen erreichen mit den Füßen nicht den Boden und wirken im Bus wie Kinder, die mit den Füßen baumeln. Mein Nachbar hatte Kopfhörer mit und zappte sich durch die Angebote am Sitzplatz. Von der Seite sah ich auf seinem Bildschirm aber dasselbe wie am großen Flachbildschirm über dem Fahrer, nämlich den ganzen Vormittag dieselben drei, vier Szenen von Politikerreden und Versuchen von ihnen nacheilenden Journalisten und Journalistinnen, sie zu interviewen. Ich hielt zu der schönen Koreanerin, aber auch nach Stunden hatte sie ihn nicht eingeholt und bekam keine Antwort, bevor er in den Wagen stieg. Einmal in der Stunde war auch kurz der amerikanische Präsident zu sehen, erkennbar an den Staatsflaggen, aber nur als Standbild, und es schien mir zunächst sogar gezeichnet. Standbilder sind überhaupt die besten Politikerdarstellungen. Stattdessen sah man den ganzen Vormittag Moderatoren und Moderatorinnen abwechselnd das Gezeigte moderieren (der Ton war ausgeschaltet) und Experten in einem eigenen Bild besonnen Expertisen verlautbaren. Erst am Nachmittag war der amerikanische Präsident in Bewegung zu sehen, als er über einen grünen Rasen schritt und dann und wann nach links und rechts Verlautbarungen verkündete. Andererseits schienen sich der japanische und der koreanische Präsident begegnet zu sein, jedenfalls nach den Staatsflaggen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der großen Busstation von Busan hatte ich gefrühstückt, einen Knautschkuchen, aus der Zellophanverpackung herausgewickelt, und einen Amerikano, sie heißt der Kaffee hier, wenn es keinen Espresso gibt.&lt;br /&gt;
Denn mein Quartier in Busan hatte ich um sieben verlassen und war mit der Metro zur Busstation geeilt, denn es ist ja nicht ausgemacht, dass man immer gleich die richtige Linie findet, Gelegenheiten zur Verirrung gab es tatsächlich einige.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Und nun in Jeju-Do, nachdem ich durch einen langen Gang mit Blümchentapeten in mein Zimmer gelangt bin, mein Gepäck verstaut und die Klimaanlage eingeschaltet habe, auch in der Dusche war, auf einem hölzernen Podest stehend, und mich frisch bekleidet habe, hier in Jeju-Stadt habe ich nun gegen neun Abend gegessen: Gosari haejangguk, eine etwas scharfe Gemüsesuppe mit Pilzen, die wie Fleischstücke aussehen, brodelnd und dampfend serviert, zusammen mit den Schüsselchen für Beilagen und Reis. Am anderen Tisch war eine Familie, die laut etwas feierte, aber zugleich nahmen sie Anteil an meiner Bestellung, dolmetschten der Wirtin etwas oder reichten mir den Bieröffner herüber. Und als sie schon alle gegangen waren, die Wirtin und ihr Mann hinter ihnen aufräumten und ich nur mehr der einige Gast war und bereits auf koreanische Art den Rest der Suppe direkt aus der Schüssel schlürfte, erschien auf einmal ein Paar, suchte einen Platz und beriet über ihre Bestellung. Ich hielt sie für Italiener und trat dazu, erfuhr aber, dass sie Argentinier wären und, wie vermutet, gerade angekommen in der Stadt.&lt;br /&gt;
Fleisch war es, was sie bestellten, Kodari jjim, Fleisch von Fisch und Oktopos.&lt;br /&gt;
Die Insel Anfang und Ziel&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1888&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1888.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-25T13:33:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708143/">
    <title>Neues von der Kindertheologie</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708143/</link>
    <description>„Die Wahrheit ist des Himmels Weg, die Suche nach Wahrheit ist der Weg des Menschen.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auszug aus&lt;br /&gt;
Das Buch von Maß und Mitte&lt;br /&gt;
Konfuzius&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;600&quot; alt=&quot;IMG_1829&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1829.jpeg&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Messe stand ich mit Ferdinand, dem Brasilianer, vor dem Kircheneingang im 3. Stock des Pfarrhauses, wo er um Segen bat für seinen Aufenthalt in Gyeongju, wo er die Niederlassung seiner Firma besuchte. Zu mir sagte er, nachdem ich mich vorgestellt hatte: Die alten Religionen hier in der Umgebung müssen erkundet werden, um die Kinder richtig zu lehren.&lt;br /&gt;
Er wusste nichts von meinen Absichten.&lt;br /&gt;
Er wusste nicht einmal, dass ich Lehrer bin.&lt;br /&gt;
Er fragte nach meinem Namen und stellte sich selbst vor: Paul.&lt;br /&gt;
Schon beim Eingang war ich wirklich herzlich begrüßt worden. Der Direktor des Hauses kam sofort auf mich zu, und alle rundum schüttelten mir fröhlich die Hand und schoben mich in den Aufzug hinein.&lt;br /&gt;
Mit dem Aufzug in die Kirche.&lt;br /&gt;
Und auch hier wird beim Hochgebet gestanden. Von allen, außer einer alten Frau, die saß, und Ferdinand, der kniete.&lt;br /&gt;
Jeremy hatte in Brasilien mit Kindern künstlerisch gearbeitet, um ihren Geist aufzurichten.&lt;br /&gt;
Die Kinder hatten anfangs Angst, ins Museum zu kommen, sie hielten es für ein Gefängnis. Das Offizielle, die uniformierten Ordner, die Türschlösser. Erst als der Museumsdirektor sich mit ihnen auf den Boden setzte, die Sozialarbeiterin, der Künstler. Erst dann waren sie zögerlich gekommen.&lt;br /&gt;
Sie hatten Keramikfliesen gemacht mit Bildern oder Texten.&lt;br /&gt;
So wurden Mauern dekoriert.&lt;br /&gt;
Die Politiker hatten das Projekt ignoriert.&lt;br /&gt;
Aber in der Tageszeitung waren sie auf der ersten Seite.&lt;br /&gt;
Und im Fernsehen kam ein Bericht über sie und ihre Kunstwerke.&lt;br /&gt;
Kindergeist für den Frieden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kazuka hatte schon dagesessen, als ich angekommen war im Kimchee Busan Guesthouse. Hatte mich freundlich beobachtet.&lt;br /&gt;
Ich sah, wo ich den Rucksack unterstellen könnte, fand das Gepäckzimmer, suchte eine Steckdose, um das Handy aufzuladen. Als ich es am großen Tisch im Empfangsraum versuchte, meine sie: da kommen auch fremde Leute.&lt;br /&gt;
Eine bildschöne junge Frau.&lt;br /&gt;
Dass sie Japanerin ist, habe ich erst am Nachmittag zu meiner Überraschung erfahren.&lt;br /&gt;
Ist zum Englischlernen auf den Philippinen.&lt;br /&gt;
Hat nun ein paar Tage Urlaub.&lt;br /&gt;
Spricht langsam Englisch mit mir.&lt;br /&gt;
Lernt erst seit 3 Monaten Englisch.&lt;br /&gt;
Ja, wir Japaner sind scheu wie die Koreaner, sagt sie.&lt;br /&gt;
Auf der Straße Blick nach innen.&lt;br /&gt;
Du bist eine Ausnahme, sage ich.&lt;br /&gt;
Sie übersetzt &quot;exception&quot; und lacht.&lt;br /&gt;
Aber ich bin ängstlich, sagt sie offen und sieht mich an.&lt;br /&gt;
Dass die Japaner Weihnachten feiern mit Christbaum, die Toten verbrennen wie Buddhisten und die Ahnen verehren wie Shintoisten. Aber die meisten Menschen wissen gar nicht, warum sie das machen, und halten sich gar nicht für religiös, besonders die jungen.&lt;br /&gt;
Ähnlich wie die koreanischen Religionen.&lt;br /&gt;
Jetzt ist sie Souveniers kaufen, denn am Abend geht ihr Flug.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&quot;Der Meister sagt:&lt;br /&gt;
Gute Menschen machen die Schönheit eines Platzes aus.&quot;&lt;br /&gt;
aus: Gespräche mit Konfuzius</description>
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    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-24T05:58:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708153/">
    <title>Rendezvous in Busan</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708153/</link>
    <description>&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_1868&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1868.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Laut und voller Musik&lt;br /&gt;
Abendsonne, warme Schatten und bunte Lichter&lt;br /&gt;
Gemurmel, das lauter und aufgeregter wird&lt;br /&gt;
Gruppen von zwei, drei oder vier Mädchen oder Burschen&lt;br /&gt;
zuweilen Eltern mit dem Kind in der Mitte&lt;br /&gt;
eine Frau bleibt stehen, als sich unsere Blicke kreuzen&lt;br /&gt;
wir machen vorsichtige Handzeichen&lt;br /&gt;
eine gemeinsame Sprache gibt es nicht, wie sich herausstellt&lt;br /&gt;
außer gegenseitiges Fotografieren&lt;br /&gt;
wir gehen um einen Häuserblock&lt;br /&gt;
ich habe bereits gegessen&lt;br /&gt;
sie verabschiedet sich mit Verbeugung&lt;br /&gt;
die Straße geht bis zu den Bleistifthäusern am Stadtrand hinauf&lt;br /&gt;
an den Straßenecken und in den Nebenstraßen im Schatten die Raucher&lt;br /&gt;
hinter großen Glasscheiben zwängt man sich um Esstische&lt;br /&gt;
essen ist ein Gesellschaftsereignis:&lt;br /&gt;
in der Mitte des Tisches brennt ein Ofen&lt;br /&gt;
auf den Rost werden Fleischstreifen gelegt&lt;br /&gt;
rundherum die Schälchen mit scharfen Soßen und sauer eingelegten Zwiebeln, Früchten und Knoblauch&lt;br /&gt;
schwatzend werden Fleischstreifen geangelt und Pfefferoni mit den Stäbchen&lt;br /&gt;
zuweilen erinnert die Kellnerin ans Umdrehen der Fleischstücke, wenn es schon raucht&lt;br /&gt;
Sonntagabend in Aufregung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1862&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1862.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-24T11:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708125/">
    <title>Gyeongju</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708125/</link>
    <description>&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_1783&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1783.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ganze Stadt ein Museum, wurde mir gesagt.&lt;br /&gt;
Weil die Königsgräber, die großen Grashügel, mitten in der Stadt sind, im Tumuli-Park, und noch weit nach Süden hin.&lt;br /&gt;
Aber auch das kann zum Abenteuer werden, wenn du beim ersten Rundgang am Abend gerade dazukommst (nachdem du über zwei rote Katzen gestiegen und um eine dreifarbige herumgegangen bist und zur Basis der versperrten Hallenkonstruktion gekommen bist), wie sich zwei Wissenschaftler am Eingang verabschieden (ein Wissenschaftler, eine Wissenschaftlerin), du noch einen Blick hineinmachen kannst und eine kurze Erklärung bekommst: Hier wird die Konstruktion der Hügelgräber nachgebaut, das war das Grab der Prinzessin, und ich rufe: Und du bist die Prinzessin?&lt;br /&gt;
Am Nachmittag aß ich in einem netten Lokal eine Art scharfe Pfefferoni-Omlette, serviert von einer attraktiven kühlen Koreanerin, deren Sohn mich herzlich begrüßte und deren Tochter ich in der Küche werken sah. Als ich fertig war, begann es draußen wie mit Kübeln zu schütten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1780&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1780.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich am Freitag mit Norbert aus Frankreich vom Sternenobservatorium der Silla-Zeit weg die Route abmarschiert bin, ins Museum hinein, wo wir aus jedem Gebäude heraustraten und nicht mehr wussten, wo wir waren. Er dann noch unbedingt diesen Hügel sehen wollte, in den man hineingehen kann, um das Grab und den Grabschmuck zu sehen. Viele Male sind wir um den Park gekreist und wussten beim Ausgang nicht mehr, wo wir hereingekommen sind.&lt;br /&gt;
Michael aus Italien habe ich beim Teetrinken kennengelernt. Er kam aus Kanada und musste wegen des Streiks eine halbe Woche warten. &lt;br /&gt;
Jeremy aus England, der schon zwei Jahre durch die Welt reist und nach den Wochen in Korea nach China weiterfahren möchte, erzählt mir von seiner Arbeit mit Kindern armer Leute in der brasilianischen Favela, mit denen er ihre Gewalterfahrungen künstlerisch aufgearbeitet hat mit Bildern und Texten auf Keramikfliesen, die dann im Museum ausgestellt wurden. Er hat mir Bilder gezeigt. &lt;br /&gt;
Nach einem unnötigen schweißtreibenden Weg zum Tempelmuseum, in dem in einer Halle eine Rekonstruktion der neunstöckigen Pagode steht, die auf dem weitläufigen unkrautüberwucherten Ausgrabungsareal gestanden sein soll, gab es eine bequeme Busfahrt zum Bulguk-Tempel, dem bedeutendsten buddhistischen Tempel Koreas. Aber um dort hineinzukommen, muss man bei schrecklichen Torwächtern vorbei, die jeden bösen Geist und sogar jeden bösen Gedanken verscheuchen. &lt;br /&gt;
Wer war noch nicht hier?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_1808&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1808.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-23T12:22:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708074/">
    <title>Manöver</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708074/</link>
    <description>Ich fuhr ja nicht zum ersten Mal mit der U-Bahn.&lt;br /&gt;
Aber da stehen drei oder vier verschiedene Automaten herum, einer zum Geldwechseln, einer für Wochenkarten und einer zum Kartenaufladen. Da kann es schon passieren, dass man ein bisschen herumfummelt. Eine nette Dame sah mir eine Weile zu und rief schließlich, als ich knapp vor der Lösung war, die Stationshilfe zusammen, und die standen dann zu dritt und sahen mir zu, wie ich den Jeton  aus dem Automaten zog.&lt;br /&gt;
Als ich mich dann den Treppen zuwandte, rief mir die Dame entsetzt nach und bedeutete mir, dass es die falsche Fahrtrichtung war.&lt;br /&gt;
Als ich auf den Zug wartete, stand sie drüben am anderen Bahnsteig und deutete mir durch die Fenster - zwischen Bahnsteig und Gleisen sind Glastüren, die sich öffnen, wenn der Zug da steht - wieviele Stationen ich zu fahren hätte.&lt;br /&gt;
Die Sorge ist berechtigt, denn im Zug wird zwar jede Station angesagt und am Display gezeigt, aber nicht immer auf Englisch. Und es gibt Grafiken vom Linienverlauf, aber die eigene Station ist dort nicht markiert.&lt;br /&gt;
Nun gut, die konfuzianische Akademie fand ich ohne  Umstände.&lt;br /&gt;
Sie lag sinnigerweise hinter der pädagogischen Universität.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1774&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1774.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durchstreifte entspannt die Gassen um den Bahnhof, wo an Ständen alles mögliche angeboten wird. Einen Verkäufer von Musikequipment fragte ich ungeniert, wo es Musik-CDs zu kaufen gäbe. Und tatsächlich führte er mich zu einem solchen Geschäft.&lt;br /&gt;
Ich trat ein und sah einen großen Raum, die Wände voller CD-Regale. Hinter der Theke ein junger Mann, ins Handy vertieft. Hinten im Raum ein älteres Ehepaar, der Mann abgewandt, die Frau sprach mich an. &lt;br /&gt;
Ich äußerte meinen Wunsch.&lt;br /&gt;
Die Frau forderte ihren Mann auf, mich auf Englisch zu beraten.&lt;br /&gt;
Er wollte nicht.&lt;br /&gt;
Schließlich trat er heran, griff ins Regal und holte ein dickes Album mit koreanischer Folklore heraus und drückte es mir in die Hand. Ich verlangte, es hören zu können. Die CD war unverpackt, er schob sie dem Sohn hin, der mit Mühe den CD-Player einschaltete und eine CD einlegte - ohne die laufende Musik abzuschalten. (Musik läuft immer in Korea).&lt;br /&gt;
Sie gefiel mir.&lt;br /&gt;
Aber nun wollte ich Zeitgenössisches.&lt;br /&gt;
Nach längerem Bitten trat der Mann heran, griff ins hintere Regal und holte eine CD heraus, die er mir hinhielt. Das Cover gefiel mir, Songtitel waren auf Englisch. Ich wollte sie hören. Das wurde verweigert, da die CD originalverpackt sei. Ich protestierte.&lt;br /&gt;
Als ich nach Tempelmusik fragte, schüttelten sie sich vor Abscheu.&lt;br /&gt;
Bei Musik aus China wurde mir eine CD angeboten, wo ich &quot;Simon &amp;amp; Garfunkel&quot; und &quot;Scott McKanzie&quot; entziffern konnte.&lt;br /&gt;
Schließlich nahm ich die gehörte und die ungehörte Musik mit.&lt;br /&gt;
Überraschungen gehören zum Reisen.&lt;br /&gt;
Als ich die ganze Marktstraße gesehen und einen Künstler mit Atelier und Garten gefunden hatte, machte ich eine Stadtrundfahrt.&lt;br /&gt;
Mit demselben Jeton stieg ich in der falschen Richtung ein. Die Maschine sagt etwas auf Koreanisch, die gepolsterten Klappen schließen sich leicht, man geht weiter.&lt;br /&gt;
Das war mir auch schon mit dem richtigen Jeton passiert.&lt;br /&gt;
So fuhr ich nach Norden bis zum Sincheon-Fluss und sah dort einige F16-Flugzeuge der koreanischen Luftwaffe ihre Runden drehen. Dann fuhr ich wieder nach Süden und sah den historischen Park und das Zeitgeschichtemuseum. Nun kreuzte ich und fand ein nettes Restaurant, wo ich (wie ich nachher erfuhr) eine Fischsuppe bekam.&lt;br /&gt;
Eine katholische Kirche mit Gläubigen und eine presbyterianische Kathedrale wie ein Hörsaal mit einer rezitierenden Frau standen links und rechts des Weges.&lt;br /&gt;
Dann stieg ich wieder irgendwo in eine U-Bahn und bemerkte erst nach einigen Stationen, wo ich war und musste umsteigen. &lt;br /&gt;
Man muß dazusagen, dass in der Station jeder Ausgang eine Nummer hat, die auch im Reiseführer angegeben ist. Und dass jede Station eine Nummer hat, mit der man am Automaten das Ticket kauft. Aber die Nummer der U-Bahn ist nicht angegeben (es gibt 4 Linien). Also ist für Überraschungen gesorgt. So kam ich mit demselben Jeton müde nach Hause mit all den Taschen vom Markt.</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-20T11:32:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708055/">
    <title>daegu</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708055/</link>
    <description>die ankunft am späten nachmittag&lt;br /&gt;
verschwitzt mit großem rucksack über lange straßen&lt;br /&gt;
mit dem buchplan in der hand&lt;br /&gt;
kaufhäuser, autowerkstätten&lt;br /&gt;
große aquarien mit meeresfischen am gehsteig&lt;br /&gt;
die sind nicht zum essen!&lt;br /&gt;
der eingang zum motel durch eine rauchglastür&lt;br /&gt;
dahinter staubige gänge&lt;br /&gt;
keine rezeption&lt;br /&gt;
im 3. stock höre ich frauenstimmen&lt;br /&gt;
zwei alte frauen sitzen am boden und werken&lt;br /&gt;
eine ist die wirtin und zeigt mir das zimmer&lt;br /&gt;
mit brummender klimaanlage, plastikboden und unzähligen fläschchen&lt;br /&gt;
nein, restaurant ist hier keines, nur eine pasta beim hinterausgang&lt;br /&gt;
die war gut!&lt;br /&gt;
das angebliche stadtzentrum ist ein staubiges industriequartier&lt;br /&gt;
riecht mach gummi und asphalt&lt;br /&gt;
mit einem bewaldeten berg wie dem spitalberg&lt;br /&gt;
auf der straße gehen ältere leute mit trippelschritten&lt;br /&gt;
hier ist keine eile&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1772&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1772.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-19T01:25:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708054/">
    <title>Seide</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708054/</link>
    <description>Von außen wie ein Bürohaus.&lt;br /&gt;
Beton, Glastüren.&lt;br /&gt;
Die freundliche junge Führerin spricht deutsch.&lt;br /&gt;
In der Mitte der Halle ein Tisch.&lt;br /&gt;
Eine Reihe von präparierten Motten im Glas.&lt;br /&gt;
Eine Schale mit Maulbeerbaumblätter knabbernden Raupen.&lt;br /&gt;
Und dann die Kokons.&lt;br /&gt;
Wie Süßigkeiten in einer Schale.&lt;br /&gt;
Weich und leicht anzufassen.&lt;br /&gt;
Ein Kokon aus einem einzigen Faden.&lt;br /&gt;
900 Meter lang.&lt;br /&gt;
Gewaschen und abgewickelt.&lt;br /&gt;
Daraus entsteht ein Gespinst, leicht und fest.&lt;br /&gt;
Daraufhin bekommen wir Textilien vorgeführt, zuallererst Bettdecken. &lt;br /&gt;
Im Sommer kühl, im Winter warm.&lt;br /&gt;
So eingewickelt, überstehst du alles.&lt;br /&gt;
Seidenschläfer werden mindestens 100 Jahre alt</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>China</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-19T00:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708045/">
    <title>Gesichter</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708045/</link>
    <description>In chinesischen Städten fange ich leicht Blicke auf.&lt;br /&gt;
Wir Langnasen fallen dort auf.&lt;br /&gt;
Jeder Blick mündet in ein Lächeln.&lt;br /&gt;
Zuweilen eine Begrüßung, ein paar Worte, ein Foto.&lt;br /&gt;
In Korea ist das anders.&lt;br /&gt;
Westler sind hier nichts Besonderes.&lt;br /&gt;
Die Menschen gehen wie anderswo durch Tunnel, auf das Gerät in ihrer Hand starrend.&lt;br /&gt;
Oder sind im Gespräch zu zweit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was mir stattdessen auffällt:&lt;br /&gt;
Gesichter sind völlig nackt und offen.&lt;br /&gt;
Da ist keine Reaktion versteckt oder gespielt.&lt;br /&gt;
Als ich in der Bar des Hostels, als ich noch spätabends über Büchern saß, der letzte Gast, endlich verabschiedet wurde, schlug ich vor, den Wein auf die Zimmerrechnung zu schreiben.&lt;br /&gt;
Da sah mich diese junge, bildschöne Koreanerin entsetzt an.&lt;br /&gt;
Damit hatte sie nicht gerechnet.&lt;br /&gt;
Das brachte sie in Verlegenheit.&lt;br /&gt;
Sie war ausgeliefert.&lt;br /&gt;
Alles war abgestürzt.&lt;br /&gt;
So blickte sie mich an.&lt;br /&gt;
Ich begriff und zahlte.&lt;br /&gt;
Dankbar sah sie mich an und verabschiedete mich</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-18T11:17:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708044/">
    <title>Landschaft</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708044/</link>
    <description>Im Zug von Seoul nach Daegu.&lt;br /&gt;
Nochmals die endlosen Gänge zum Bahnhof.&lt;br /&gt;
Schließlich nach treppauf treppab endlich eine Bahnhofhalle, und sogar ein besetzter Ticketschalter.&lt;br /&gt;
Jeder Passagier einen tiefgekühlten Sitzplatz.&lt;br /&gt;
Aus der Stadt hinaus&lt;br /&gt;
über den Han auf einer Stahträgerbrücke &lt;br /&gt;
in eine Landschaft hinein&lt;br /&gt;
dicht bewaldete Berge&lt;br /&gt;
in unübersehbar enggewundene Täler hinein&lt;br /&gt;
entlang Feldern, Obstbäumen und Gemüsetunneln&lt;br /&gt;
Dann einmal Hochhausbündel in einem Taleinschnitt&lt;br /&gt;
wie senkrecht aufgestellte weiße Bleistifte&lt;br /&gt;
zwischen grüne Berge geklemmt&lt;br /&gt;
aber wir folgen einer schlanken Kurve leicht aufwärts ins andere Tal&lt;br /&gt;
die Schaffnerin macht jedesmal, wenn sie den Wagon betritt, eine Verbeugung zur Wagenmitte hin,&lt;br /&gt;
ohne jemand anzusehen;&lt;br /&gt;
beim Verlassen dreht sie sich dafür um, bevor sie die Tür zum Übergang öffnet&lt;br /&gt;
es hängt kein Heiligenbild im Wagen, ich habe nachgesehen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1766&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1766.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-18T10:53:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708035/">
    <title>Sommerpalast, Schrein und Akademie</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708035/</link>
    <description>Weniger zur Erholung, sondern als Alterssitz diente der Changgyeong-Palast (Palast der wunderbaren Segnungen), den König Sejong einrichtete. Nach der alten buddhistischen Goryoe-Dynastie machte Yi Seong-gye nun den Konfuzianismus zur Staatsreligion. Damit schuf er eine Balance zwischen Militär und Gelehrten. Diese neue Strömung ist in China entstanden und nimmt kosmische Elemente des alten Daoismus auf, erweitert sie aber um die neue Morallehre des Zhu Xi.&lt;br /&gt;
König Sejong machte Hangang zur Hauptstadt: Seoul.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich durchstreifte in Ruhe die von Wald umgebene Anlage in Zikkadengetöse und sah Hofdamen und Wachbeamte in mittelalterlicher Kleidung, die sich als Amerikaner entpuppten, sowie einen Koreaner, der mir freundlich einen Fotoabzug von mir selbst überreichte, den er gerade angefertigt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anschließend wechselte ich in den benachbarten Jongmyo-Schrein, wo ich ein Gefühl für den koreanischen Ahnenkult bekam. Auf einer überdachten breiten Holzwand sind die Ahnentafeln der Könige präsent und werden von den Gefolgsleuten am Tempelplatz verehrt. Dazu werden ihnen Opfergaben dargeboten. Die einzelnen Tore erlauben den Geistern und den Verehrern Zutritt. Es ist das höchste Staatsheiligtum Koreas.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;600&quot; alt=&quot;IMG_1750&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1750.jpeg&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um die konfuzianische Akademie zu finden, musste ich sinnigerweise das heutige Universitätsviertel durchqueren mit seinen lebendigen Gassen. Die Anlage selbst, wo Adelige und Beamtenkinder gelehrt sowie Gelehrte und Studenten beheimatet wurden, ist kaum beschildert und etwas verwahrlost. Außerhalb fand ich jedoch eine Studentengruppe vor, drinnen auf der Wiese kampierten einige Großmütter, und bei den hölzernen Wohnquartieren versuchten traditionell gekleidete Eltern, ihren schon auf eigenen Füßen stehenden festlich gekleideten Sohn vor einem Fotografen in den Wandelgang zu stellen, also eine Art Konfuziustaufe</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-17T14:07:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708030/">
    <title>Die Sonntagsmesse</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708030/</link>
    <description>Wenn schon die Kathedrale um die Ecke liegt.&lt;br /&gt;
Ich habe gefragt: um 9 Uhr am Sonntag heilige Messe in englischer Sprache.&lt;br /&gt;
Als ich hinkomme, sind die Kircheneingänge mit einem roten Band abgesperrt, und eine lange Warteschlange in Einserreihe steht um das Haus herum zwischen Absperrbändern. Verärgert gehe ich rundherum, frage nach, folge einer leeren Spur bis zum Vordereingang zur Krypta, werde wieder zum Haupteingang geschickt, wo nun ein Seitentor frei ist.&lt;br /&gt;
Ich trete in die Halle.&lt;br /&gt;
Vollbesetzt.&lt;br /&gt;
Ich stelle mich hinten dazu.&lt;br /&gt;
Koreanische Messe, gerade zum Ende der Predigt.&lt;br /&gt;
Erwachse, Jugendliche, kaum Kinder.&lt;br /&gt;
Gabenprozession: reihenweise erheben sich die Gläubigen, von vorne nach hinten, treten in vier Schlangen zum Altar vor und bringen ihre Gaben, einen Geldschein.&lt;br /&gt;
Dauert nicht länger als zwei Kirchenlieder. &lt;br /&gt;
Zum Hochgebet wird ausnahmslos gestanden.&lt;br /&gt;
Kommunionsspender im Mittelgang auch hinten, wie bei uns.&lt;br /&gt;
Die ganze Messe zügig und ohne Schnörkel.&lt;br /&gt;
Klarer Orgelklang, hörbarer Kirchengesang.&lt;br /&gt;
(Ein Kirchenlied habe ich gekannt)&lt;br /&gt;
Einige geistliche Schwestern in den Bänken.&lt;br /&gt;
Auch in den Straßen des Stadtviertels zu sehen.&lt;br /&gt;
Vor der Kirche mehrere Priester im Kolarhemd, in Gesprächen.&lt;br /&gt;
Die umliegenden hohen Gebäude in Kirchenbesitz.&lt;br /&gt;
Die Straßen laut wie wochentags.&lt;br /&gt;
Die koreanische Kirche wächst&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1748&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1748.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2014 kam Papst Franziskus nach Korea und feierte in der Marienkathedrale eine hl. Messe zur Versöhnung der beiden Korea. Er gedachte der Märtyrer unter dem konfuzianischen Königshaus. &lt;br /&gt;
Erzbischof Peter Chung Soon-taek ist unbeschuhter Karmelit.</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-17T02:35:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708034/">
    <title>China und Korea</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022708034/</link>
    <description>China ist aus dem Kopf entstanden,&lt;br /&gt;
Korea ist von selbst geworden.&lt;br /&gt;
Städte wie Xi&apos;an sind in quadratische Blöcke geteilt, Peking dazu in Ringe geteilt. Shanghai wird in die Höhe gebaut, wozu alle alten Häuser abgerissen wurden. Die Kulturrevolution hat alles Alte vernichtet, die Tempel und Klöster, Pagoden und Paläste, denn dem neuen kommunistischen Menschen soll nichts Altes entgegenstehen. Die traditionellen Bauern wurden enteignet und in die Stadt geschickt. Lebensmittel entstehen heute auf riesigen Plantagen, zuweilen rund ums Atomkraftwerk.&lt;br /&gt;
Wenn die Stadt im Smog erstickte, wurden die Fabriken verbannt und von Schulklassen Pappeln gepflanzt. Wenn die Straßen von Autos zerplatzten, wurden die Autonummern beschränkt und die Fahrzeuge elektrisiert. Wenn die Menschen zu viele wurden, war nur mehr ein Kind erlaubt. Heute wären Kinder wieder erlaubt, aber die Menschen haben sich ans bequemere Leben gewöhnt und bleiben trotz Prämien kinderlos.&lt;br /&gt;
In Korea dagegen folgen die Straßen Höhenlinien und gewachsenen Stadtvierteln. Zwischen den Hochhäusern stehen noch die niedrigeren älteren Wohnhäuser. Der Autoverkehr ist gemütlich, die Straßen von Fußgängern erfüllt, das Gedränge in den Gassen zwischen Kaufhäusern, Läden und Restaurants fröhlich, in der U-Bahn die Leute ungestresst. Und ich Europäer falle niemandem auf. Koreanisches Leben ist evolutionär gewachsen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;600&quot; alt=&quot;IMG_1742&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1742.jpeg&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;</description>
    <dc:creator>weichensteller</dc:creator>
    <dc:subject>Korea</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2025 weichensteller</dc:rights>
    <dc:date>2025-08-17T11:51:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022707975/">
    <title>Ordnung</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022707975/</link>
    <description>&lt;img width=&quot;600&quot; alt=&quot;IMG_1580&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1580.jpeg&quot; height=&quot;800&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Chang&apos;an-Straße durchzieht Peking in Ost-West-Richtung.&lt;br /&gt;
Wir sahen 4 Fahrstreifen in jede Richtung.&lt;br /&gt;
Sie ist heute 40 km lang.&lt;br /&gt;
An dieser Straße liegt der Tian’anmen-Platz, der Patz des Himmlischen Friedens.&lt;br /&gt;
Auch der Park des Kaiserpalastes liegt an dieser Straße.&lt;br /&gt;
Und auch unser Hotel.&lt;br /&gt;
Am letzten Tag war die Zufahrt für den Bus eingeschränkt, weil für die Militärparade geprobt wird. (Der Busfahrer hätte beinahe Strafe zahlen müssen)&lt;br /&gt;
Ja, eine richtige Parade, sagt Cheng, mit allem, was dazugehört&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kaiserpalast, für das Volk die Verbotene Stadt, ist das Zentrum der Welt.&lt;br /&gt;
Das Quadrat rundum wird durch die Stadtmauer eingefasst.&lt;br /&gt;
Außerhalb der Mauern lebten die einfachen Leute.&lt;br /&gt;
Diese Zone wird durch den 2. Ring begrenzt, heute ebenso eine Stadtautobahn.&lt;br /&gt;
Weiter draußen gibt es den 3., dann den 4. Ring.&lt;br /&gt;
Das Kerngebiet wird von 8 Millionen Menschen bewohnt, die ganze Stadt mit ihren Ballungsräumen von 21 Millionen.&lt;br /&gt;
Die Bewohner beschreiben ihre Wohngegend nach den Ringen und den Himmelsrichtungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1599&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1599.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1585&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1585.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1589&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1589.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mehr als die Hälfte der Autos fährt elektrisch.&lt;br /&gt;
An geraden Tagen dürfen Autos mit geraden Nummern fahren, an ungeraden Tagen ungerade Autonummern.&lt;br /&gt;
Bevor du ein Auto kaufst, musst du ein Autokennzeichen beantragen. Das kann Jahre dauern.&lt;br /&gt;
Autos anderer Städte brauchen eine Sondergenehmigung für Peking, die für eine Woche gilt. Das darf man dreimal pro Jahr beantragen.&lt;br /&gt;
Einen Parkplatz zahlt man für eine Viertelstunde. Ab drei Stunden gilt ein höherer Tarif. Jahreskarten gibt es nicht.&lt;br /&gt;
Es gibt 29 U-Bahn-Linien, an jeder Station Leihräder. &lt;br /&gt;
Die Ordnung ist nicht nur räumlich, sondern auch zeitlich.&lt;br /&gt;
Die Himmelsordnung wirkt in die Welt hinein</description>
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    <dc:subject>China</dc:subject>
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    <dc:date>2025-08-13T13:11:00Z</dc:date>
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    <title>Wie eine Katze</title>
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    <description>schlich ich herein nach Seoul, an die Mauer geduckt vorwärts, dann wieder zurück, dann die nächste Mauer entlang.&lt;br /&gt;
In die Stadt hinein, die Gänge zum Hauptbahnhof, den ich niemals sah und schon durch war, die Metrogänge, die Haupt- und Nebenstraßen bis zum Hostel, mit nicht endenden Klängen von Klavier und Tenören und aus den Geschäften Popmusik, Kaffeehaus, drei katholische Kirchen, eine geschlossen, eine offen und gerade geschmückt, in der dritten ein Geheimnis, und dabei ist erst gerade Mittag und mein Bett noch gar nicht frei.&lt;br /&gt;
Ein Schritt ins Offene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;600&quot; alt=&quot;IMG_1710&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1710.jpeg&quot; height=&quot;800&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>Korea</dc:subject>
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    <title>Fröhlich und unbeschwert</title>
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    <description>Es gibt wieder eine Altstadt.&lt;br /&gt;
&quot;Altstadt&quot;, in der Kulturrevolution untergegangen, unter Deng wieder auferstanden.&lt;br /&gt;
Und das soll man sich nicht wie ein Museum vorstellen.&lt;br /&gt;
Die Garküchen, Werkstätten und Ruderboote sind vielleicht chinesischer als die hochragenden Glaspaläste. Und besonders das laute Gedränge!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_1694&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1694.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>China</dc:subject>
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    <title>Übermut</title>
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    <description>Xi&apos;an ist die Traditionsstadt, so Cheng. Shanghai international und modern, Peking die Verwaltungsstadt der letzten 600 Jahre. Aber Xi&apos;an ist der Anfang des Chinesischen.&lt;br /&gt;
Wir sahen die Wildganspagode, 200 Jahre älter als die Karnburger Kirche. Der Tang-Kaiser Li Zhi ließ sie errichten für den Mönch Xuanzang, der von seiner 16jährigen Indienwallfahrt zurückkehrte und buddhistische Sanskrittexte mitbrachte, um sie zu übersetzen.&lt;br /&gt;
Immer noch studieren Mönche dort.&lt;br /&gt;
Aber am Abend!&lt;br /&gt;
Als wir den Platz betraten, waren wir erstaunt vom aufgeregten Lärm und dem kräftigen bunten Licht. Bald sahen wir im dichten Gedränge die Frauen, die sich nach traditioneller Art in Seide kleideten und ihre Frisuren und Hüte kunstvoll auftürmten. Und es waren keineswegs nur ältere Damen, welche die Tradition über den Platz trugen, sondern viele junge Mädchen, und die wollten durchaus gesehen werden!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;600&quot; alt=&quot;IMG_15543&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_15543.jpeg&quot; height=&quot;450&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>China</dc:subject>
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    <title>Mein Lauf</title>
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    <description>&lt;img width=&quot;600&quot; alt=&quot;IMG_1605&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1605.jpeg&quot; height=&quot;800&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Endlich!&lt;br /&gt;
Das Angebot, vielleicht doch den Sessellift zu benützen war unnötig.&lt;br /&gt;
Die Männergruppe, mit der ich den Stufenweg hinauf startete, war am halben Weg überholt. Oben trat ich allein auf die Mauer, mit nassem T-Shirt.&lt;br /&gt;
In der Ferne sah ich sie hoch ansteigen bis zu einem Berggipfel.&lt;br /&gt;
Ich sah die Menschen wie Ameisen dort hinaufkrabbeln.&lt;br /&gt;
Dort muss ich hin, sagte ich mir und stieg über Steinplatten, duckte mich in die Plattformen der Wachtürme und kletterte schließlich die Steilstufen hinauf.&lt;br /&gt;
Als es nicht mehr weiterging, wandte ich mich zur anderen Seite und bestieg dort die nächste Anhöhe, bevor ich zurückkehrte.&lt;br /&gt;
Eine Kanadierin, Italiener, ein Burschenkleeblatt aus England, Australien und München. Tschechen. &lt;br /&gt;
Ich habe die ganze Welt überholt</description>
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    <dc:subject>China</dc:subject>
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    <title>Die Stationen</title>
    <link>http://weichensteller2.twoday.net/stories/1022707974/</link>
    <description>Shanghai&lt;br /&gt;
Yichang (mit dem Zug)&lt;br /&gt;
Mapping: Schiff&lt;br /&gt;
Yangtse-Schiffahrt bis:&lt;br /&gt;
Chongquing Xi&lt;br /&gt;
mit Zug nach Xi&apos;an&lt;br /&gt;
Terrakotta-Armee. Nachtzug nach&lt;br /&gt;
Peking:&lt;br /&gt;
Kaiserpalast&lt;br /&gt;
Himmelstempel</description>
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    <dc:subject>China</dc:subject>
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    <title>Aufmerksamkeit</title>
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    <description>&lt;img width=&quot;400&quot; alt=&quot;IMG_1397&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1397.jpeg&quot; height=&quot;300&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An jedem Treppenanfang und bei jedem Durchgang im Schiff steht ein Mädchen oder ein Bursch und grüßt freundlich. Wenn ich den Blick erwidere, strahlen die Augen, und der Blick folgt mir.&lt;br /&gt;
Wenn wir nach dem Ausflug aufs Schiff zurückkommen, stehen sie an jeder Ecke des Gehwegs über den Ponton und weisen mit ausgebreiteten Armen den Weg, warnen jeden einzelnen vor hohen Schwellen und vor niedrigen Durchgängen. &lt;br /&gt;
Am Abend spielten sie in Kostümen auf der Bühne für uns Sketches und Szenen aus der chinesischen Kaisergeschichte vor und tanzen religiöse und mythologische Motive.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Kajüte stehen jeden Halbtag zwei neue Wasserflaschen da, am Tisch liegt ein Schreibblock. Wenn am Abend alle zehn Lampen ausgeschaltet sind, brennt immer noch ein kleines Lämpchen an der Ecke, damit auch im Finstern die Toilette gefunden werden kann. &lt;br /&gt;
Der Reiseführer Cheng sagt stets vorher, wie lange etwas dauert, was wir mitnehmen müssen und was wir im Bus zurücklassen können, weil wir mit demselben Bus zurückfahren - oder eben nicht. Er kennt die Wettervorhersage und rät zur richtigen Kleidung.&lt;br /&gt;
Er erklärt manche chinesische Schriftzeichen. Schulkinder lernen 500 bis 1000 Zeichen, Akademiker 3000 bis 5000, Gelehrte bis zu 8000, ganz wenige kennen bis 10.000 Zeichen. (Wahrscheinlich gibt es bis zu 50.000 Zeichen) Ein Zeichen hat oft 30 verschiedene Bedeutungen. Ein Wort besteht aus einem oder mehreren Zeichen. Was es bedeutet, hängt von der Aussprache ab. Es gibt vier Betonungen, die das Wort erst verständlich machen.&lt;br /&gt;
Die Schriftzeichen sind im ganzen Land gleich, es gibt aber 50 verschiedene Völker, teils mit unterschiedlichen Sprachen. Wir können allmählich verschiedene Gesichter unterscheiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade sagt der Kapitän über Lautsprecher, dass ein Gewitter kommt und wir besser unsere Sachen vom Balkon hereinholen. Ich habe die Wäsche zum Trocknen draußen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;800&quot; alt=&quot;IMG_12721&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_12721.jpeg&quot; height=&quot;600&quot; /&gt;</description>
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    <dc:subject>China</dc:subject>
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    <title>Wasser</title>
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    <description>Höchste Güte ist wie das Wasser.&lt;br /&gt;
Des Wassers Güte ist es, allen Wesen zu nützen ohne Streit.&lt;br /&gt;
Es weilt an Orten, die alle Menschen verachten.&lt;br /&gt;
Darum steht es nahe dem Dao&lt;br /&gt;
Kap.8&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;img width=&quot;600&quot; alt=&quot;IMG_1427&quot; title=&quot;&quot; src=&quot;https://static.twoday.net/weichensteller2/images/IMG_1427.jpeg&quot; height=&quot;800&quot; /&gt;</description>
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