Bekenntnisse eines Reisenden II

Diese Unersaettlichkeit.
Meine Unersaettlichkeit.
Ich will ALLES, und zwar auf einmal/

Und darum ausgesetzt.
12 Stunden im Zug in Rumaenien, wo die Abteile nicht 6, sondern 8 Sitzplaetze haben, und alle belegt.
Die erste gute Begegnung mit jenem besonnenen Mann, den ich etwas lesen sah und der mir - ohne dass wir ein Wort irgendeiner Sprache getauscht haetten - Segen zusagte, als er mein Reiseziel, die Kloester, erfuhr. Die zweite mit dem Vater des traurigen, verschlossenen Maedchens, das sich ob der vielen Fremden schier in sich selbst verstecken wollte. Er lockte sie, stand stundenlang mit ihr am gangfenster, spielte zuletzt im Abteil mit ihr, da lachte sie glucksend aus dem Leib heraus. Die Mutter blieb ernst und besorgt, beide Eltern einfache Leute, eher im Alter von grosseltern.

Um 4 Uhr Frueh, im Stockfinstern, an einem fremden Bahnhof, kilometerweit von der fremden Stadt:
an der Kippe/

an der Kippe:
es wird sich erweisen
ich fuehre es nicht herbei
ich stelle mich/

an der Kippe:
ein kluger Mensch wuerde es Potentialitaet nennen
ich sage so:
jederzeit kann alles daraus werden/

beim Autostoppen war ich in meinem Element:
2 Kloester in 40 km Entfernung
ueber gewundene verzweigte Strassen
zuversichtlich warten am Strassenrand, wer kommt/

und es wurden mir geschenkt:
3 Urwaldkloester (wie in gondar, Aethiopien)
1000 Bilder der Bibel, der heiligengeschichten und des Akathistos-hymnus
eindringlich die verschiedenen hinrichtungsszenen
die erfolglose Belagerung Konstantinopels
oder der Feuersog, in dem Christus noch eine Seele rettet
vor dem hoellenfeuer/

der Wehrturm von humor, der sich erklettern liess
die Stufen zuletzt nicht breiter als 30 cm, und genauso hoch
1000 wunderschoene holz- und Steinhaeuser
in anmutigen Dorfszenen gruppiert
unter verhangenem himmel
mit huehnern und gaensen, gladiolen und Krautkoepfen im garten
und der grossmutter am bankerl
waehrend die Enkelkinder uebermuetig mit Pferdefuhrwerken
durch die gassen fegen/

Und zuletzt nahm mich einer mit in seinem vollen Auto: die Frau vorne, und hinten 2 kleine Maedchen, und nahm noch den 2. Anhalter auch mit, der mit mir gewartet hatte, wie Zigeuner sahen sie aus, dunkle haut, sauber gekleidet, und unsaeglich laute Zigeunermusik aus dem Radio; die Fahrweise ruppig, wie auch die Strassen, jeder Rumpler wurde von der Frau kommentiert, aber: die Kinder waren artig zur Seite gerueckt, als wir einstiegen, um uns Platz zu machen, und am Bahnuebergang, als die Lichter blinkten, augenblicklich den Motor abgestellt: wo gibt es das bei uns?

humor, Moldaukloster, Bukowina

humor, Moldaukloester

Voronet, Moldaukloster

humus, Ortschaft, Bukowina
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ferne

Sobald sich aber einer dem Herrn zuwendet, wird die Hülle entfernt. Der Herr aber ist der Geist, und wo der Geist des Herrn wirkt, da ist Freiheit.

2 Kor 16f

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